Rutsch gut ins neue Jahr! Egal ob auf Skiern, mit viel Schwung oder entspannt im eigenen Tempo – möge euer Start ins neue Jahr genauso sein, wie ihr ihn euch wünscht.
Ihr Lieben, in meiner Graphic Novel Püppi & Tante zeige ich Ausschnitte aus dem Alltag der beiden Protagonistinnen. Auch Weihnachten kommt darin vor und so zeige ich euch Ausschnitte aus diesen Seiten. Natürlich ist Weihnachten für Püppis Innenkinder ein ganz besonderes Fest, aber auch Tante bekommt ein besonderes Geschenk – wenn ihr euch überraschen lassen wollt, guckt einfach nicht bis zum Ende….
Ich wünsche euch allen ein super entspanntes Weihnachtsfest mit vielen Geschenken und noch mehr Schokolade. Lasst es euch gut gehen!
lange habe ich mich hier nicht gemeldet – und ich möchte euch erklären, warum.
Das Leben mit einer DIS (Dissoziative Identitätsstruktur) bedeutet manchmal, dass meine Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist. Ich bin nicht immer so leistungsfähig, wie ich es gerne wäre. Manchmal sind es Auslöser von außen, die Chaos im System auslösen, und manchmal sind es neue Entwicklungen im Inneren, die viel Energie erfordern. Diese Herausforderungen betreffen nicht nur mich, sondern auch die verschiedenen Innenpersonen, die für mein Arbeitsleben verantwortlich sind.
In den letzten Wochen habe ich meine verbleibende Kraft dafür genutzt, meinem Job als Grafikdesignerin gerecht zu werden. Ich möchte nicht, dass dies als Jammern wahrgenommen wird – es ist mir aber wichtig, euch ein ehrliches Bild davon zu geben, wie es ist, mit DIS zu leben. Es ist nicht immer einfach, und es ist definitiv nicht nur lustig.
Jetzt bin ich zurück und freue mich darauf, mit euch zu teilen, woran ich gearbeitet habe und was Neues kommt. Danke, dass ihr hier seid und mit mir diesen Weg geht. ❤️
In der Geschichte von ‚Püppi & Tante‘ spielt Tantes Arbeit als Holzbildhauerin eine besondere Rolle. Nachdem sie ihre Leidenschaft für das Schnitzen wiederentdeckt hatte, sucht sie nach Wegen, das weiterzugeben.. So kommt ihr die Idee, mit Kindern zu schnitzen. Sie kaufte sich einen Wohnanhänger und baute ihn zu einer mobilen Werkstatt um.
Wochenlang wird sie im Sommer unterwegs sein.
Später realisieren Püppi und Tante zusammen ein ganz besonderes Projekt: Ein Erinnerungsmal für eine Mutter, die ihr Kind verloren hat.
Tante war mit Leib und Seele Krankenschwester. Doch als sie plötzlich nicht mehr gehen konnte, stürzte sie in eine tiefe Krise. Der Verlust ihres geliebten Berufs stellte ihr Leben auf den Kopf – alles, was ihr Halt gegeben hatte, schien verloren.
In dieser Zeit erinnerte sie sich an ihre alte Leidenschaft: das Schnitzen. Sie begann, mit einem Messer aus der Hand zu schnitzen – zunächst aus Verzweiflung, dann immer mehr aus Freude am Gestalten.
Bei einer erfahrenen Holzbildhauerin fand sie Anleitung und Motivation. Das Schnitzen wurde zu ihrem neuen Lebensinhalt und gab ihr die Kraft, wieder auf die Beine zu kommen.
Als ich selbst die Diagnose Dissoziative Identitätsstörung (DIS) erhielt, gab es nur wenige Informationen darüber. Die einzigen Quellen waren selbst kopierte Betroffenenzeitungen – das Internet war noch kein Raum für Austausch und Aufklärung.
Durch die Arbeit an ‚Püppi & Tante‘ habe ich mich(wieder) intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Recherchen führten mich in die Szene im Internet, wo ich heute viele engagierte Menschen kenne, die wertvolle Aufklärungsarbeit leisten. Mittlerweile bin ich Teil eines Podcastteams und habe für die Techniker Krankenkasse an einer Sendung über DIS teilgenommen. Diese könnt ihr euch auf YouTube ansehen.
Es ist ein langer Weg, die eigene Diagnose zu verstehen und anzunehmen, aber es ist möglich, einen positiven Umgang damit zu finden. Ich hoffe, dass meine Arbeit anderen Mut macht, ihren eigenen Weg zu gehen.
DIS ist die Abkürzung für Dissoziative Identitätsstörung. Gemeint ist damit eine Form von Dissoziation, die infolge schwerer traumatischer Erfahrungen in sehr früher Kindheit entsteht. Der Begriff beschreibt, dass unterschiedliche innere Persönlichkeitsanteile vorhanden sind, die jeweils eigene Wahrnehmungen, Erinnerungen, Gefühle oder Handlungsweisen mitbringen können.
In der öffentlichen Wahrnehmung gibt es darüber viele Missverständnisse. Manche Menschen kennen nur klischeehafte Darstellungen aus Filmen oder Medien. Die Realität ist sehr viel komplexer und oft auch viel stiller, als viele sich vorstellen. Außerdem verwenden nicht alle Betroffenen dieselben Begriffe. Manche sprechen von einer Dissoziativen Identitätsstörung, andere lieber von einer dissoziativen Identitätsstruktur. Sprache ist hier nicht nebensächlich, sondern Teil davon, wie Menschen sich selbst verstehen und wie respektvoll über sie gesprochen wird.
Ich schreibe diesen Beitrag nicht, um eine medizinische Fachseite zu ersetzen, sondern um den Begriff kurz einzuordnen und dann zu zeigen, warum dieses Thema in meiner künstlerischen Arbeit eine Rolle spielt.
Warum ich über dieses Thema schreibe
Ich schreibe über DIS nicht von außen. Ich schreibe darüber, weil ich selbst betroffen bin. Das Thema ist Teil meines Lebens und deshalb auch Teil meiner Arbeit geworden. Ich arbeite dazu als Comiczeichnerin, ich spreche darüber im Podcast, und ich setze mich künstlerisch damit auseinander, weil ich finde, dass es dringend andere Bilder und andere Erzählungen braucht als die, die sonst so im Umlauf sind. Zu DIS gibt es viele Klischees, viel Unsinn und oft entweder Sensationslust oder komplettes Unverständnis. Beides hilft niemandem. Mich interessiert, wie Menschen leben. Wie sich innere Vielstimmigkeit anfühlen kann. Wie Beziehung funktioniert. Wie Alltag aussieht. Wie man von etwas erzählen kann, das komplex ist, ohne es plattzumachen. Dass ich selbst betroffen bin, ist für mich kein Nebensatz, sondern der Grund, warum ich überhaupt so genau hinschaue. Ich will zu diesem Thema nicht lauter werden, sondern genauer. Ich möchte mit meiner Arbeit anderen Betroffenen Mut machen, zeigen, dass ein gutes Leben möglich ist mir DIS. Deshalb taucht das Thema in meiner Arbeit immer wieder auf — in Texten, Gesprächen, im Podcast und in meinen Comics, als Teil meiner Perspektive auf das Leben und aufs Erzählen.
Hier kannst du weiterlesen und weiterhören
Wenn du von der Suchfrage nach DIS hier gelandet bist und mehr von meiner Arbeit sehen möchtest, dann sind diese drei Wege ein guter Einstieg:
Meine Graphic Novel „Du und Wir“
Auf der Buchseite zu „Du & Wir“ erfährst du mehr über mein Comicprojekt, in dem eine queere Liebesgeschichte erzählt wird und dissoziative Identitätsstruktur als Teil der Lebensrealität vorkommt. Es wird im März 2027 erscheinen beim Verlag W_orten und Meer
Mehr über meine Arbeit zu Neurodiversität, Mental Health und Gesundheit
Auf der Seite Neurodivers zeige ich, wie ich mit Comics und Illustration an Themen arbeite, die komplex, sensibel und gesellschaftlich relevant sind.Mehr über meine Graphic Novel „Du & Wir“
Mehr hören: Podcast und Gespräche zum Thema
Im Podcast spreche ich gemeinsam mit anderen über das Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur. Dabei geht es nicht um Sensation, sondern um Alltag, Erfahrung, Sprache und Perspektiven, die im öffentlichen Bild oft fehlen. Den Podcast VieleSein Ein Podcast zum Leben mit dissoziativer Identitätsstruktur könnt ihr überall hören, wo es Podcast gibt.
Püppi und Tante kommen sich näher, aber Tante will sich zunächst nicht auf eine Beziehung einlassen. Sie ist zufrieden mit ihrem Leben allein mit ihrem treuen Begleiter, dem Peh.
Auch Püppi ist hin- und hergerissen. Nicht alle ihrer Innenpersonen sind davon überzeugt, dass eine Beziehung mit Tante eine gute Idee ist. Es ist kompliziert, wenn verschiedene Innenpersonen unterschiedliche Wege gehen wollen.
Kennt ihr das, dass Nähe und Distanz in einer Beziehung miteinander ringen?
Zwei kreative Menschen treffen aufeinander – in einem beruflichen Kontext. Tante macht sich mit dem Schnitzen selbstständig und braucht eine Webseite. Dafür besucht Püppi sie in ihrer Werkstatt.
Doch bald merken beide, dass sie mehr verbindet als nur ein gemeinsames Projekt. Manchmal beginnt eine besondere Beziehung ganz unerwartet. Wie sind eure spannendsten Begegnungen entstanden? Erzählt es gerne in den Kommentaren.